Schule ohne Noten? Schule neu denken!

Schule ohne Noten? Schule neu denken!

Klar wir müssen im Bereich Schule vieles verändern, um Schüler in Schule ihr Potentiale entwickeln lassen zu können und ihnen eine schöne Zeit dort bieten..Hierzu gehören Themen wie: Neue Stukturen im innen uns außen, Vernetzung, neue Methoden, neue Räume, andere Pläne, neue Lehrerbildung etc.

Eine wichtige Strukturänderung stellen die Form der Rückmeldung und (Be)Wertung von Schülerleistungen dar.

In den meisten europäischen Ländern wird diese Rückmeldung durch eine simple Ziffer getätigt. Doch was soll sie rückmelden? Was ist die Funktion? Warum soll man sie erstzen? Und wenn ja durch was?

Die heutige Notenbewertungssystem mit 6 Ziffern wurde im Schulsystem im Jahre 1938 eingeführt. Damals hatte sie mehrere Funktionen: Motivation, Rückmeldung, Vergleich. Ein differenzierter Blick auf die Funktionen lohnt sich:

Zur Motivation: Längst beweisen Studien das Gegenteil und renommierte Pädagogen und Hirnwissenschaftler sind sich einig: Motivation geschieht nicht durch Belohnung und Bestrafung sondern in erster Linie durch Sinn. Erkennt der Schüler in dem Geleisteten einen Sinn, so ist er intrinsisch – von innen motiviert und diese Form der Motivation ist am nachhaltigsten – also auch am wirkungsvollsten. Noten als Belohnung oder Bestrafung bedeuten extrinsische Motivation. Sie funktioniert auch, hält aber nicht lange an und führt zu einer Anpassung und auch zum Gehorsam. Das steht im Gegensatz zu unserem Ziel, den Schüler zu einem mündigen und selbstbestimmten Bürger werden zu lassen und seine Persönlichkeit mit zu entwickeln.

Zur Rückmeldung: Was sagt mir eine einzige Ziffer? Längst ist man in einigen Ländern auf Kompetenzzeugnisse umgestiegen, das heißt Zeugnisse in denen die erreichte Kompetenz bewertet wird und auf einer Skala gemessen wird. So kann ein Schüler beispielsweise im Lesen und Rechtschreiben eine bessere Bewertung erziehlen, dafür aber im Bereich Aufsatz nur befriedigend bewertet werden. Dadurch wird dem Schüler und den Eltern genauer klar, wo es Bedarf an Lernen gibt und wo die Potentiale liegen.

Zum Vergleich: Brauchen wir Vergleich? Ist nicht der einzige wirkungsvolle Vergleich, der mit sich selbst - also der individuelle Leistungsfortschritt?. Wenn wir uns immer an dem Maximum des Möglichen – am Besten orientieren, verlieren wir schnell die Lust – das kennt jeder aus eigener Erfahrung! Die einzige Messlatte, die wir uns anlegen sollten ist unser eigenes Talent und unsere eigenen Möglichkeiten.

Noch ein Wort zur Gerechtigkeit: Viele Studien belegen, dass die gleiche Leistung von verschiedenen Lehrern unterschiedlich bewertet wird. Die Ergebnisse streuen weit auseinander und jeder Lehrer weiß, das Noten im Allgemeinen nicht unabhängig von der eigenen Person sind. Also warum den Noten dann eine solch hohe Bewertung zuschreiben?

Die Universitäten machen uns es vor: Viele Unis haben eigene Zulassungskriterien unabhängig vom Abiturschnitt. Hier geht es um Motivation und Vorerfahrung.

Ebenso die Firmen: Sie schauen sich oft weder Abiturnoten noch Arbeitszeugnisse des Bewerbers an. Diese durchlaufen statt dessen einen Bewerbungsprozess, der auf die Feststellung der benötigten Kernkompetenzen und vor allem der Persönlichkeit abziehlt. Also warum dann noch Noten?

Und nicht zuletzt auch viele Schulen. Die Waldorfschulen führen die Noten erst ab der Oberstufe ein - ebenso einige Länder in Skandinavien. Untersuchungen zeigen, dass die Ergebnisse bei Pisa in diesen Ländern auch sehr gut sind.

Also nur Mut – Schule neu denken!

Bettina Sarnes, Redaktion Magazin Bildungskust, Leitung EducationINnovationARTelier, Lehrerin, Dozentin

Veranstaltungshinweis:

Fr.9.11.2018: Vortrag Schule ohne Noten? Schule neu denken! Im Wizemann Space, Stuttgart:

Anmeldung: www.educationinnovationartelier.space

Weiterführende Links:

https://www.facebook.com/kontrast.at/videos/248399329171371/

https://www.deutsche-schulakademie.de/aktuelles/aktuelle-meldung/moderne-schulen-brauchen-keine-noten/

bettina sarnesKommentieren